Sauerland Höhenflug - Das Konzept
Wandern bzw. sich in der Natur bewegen stehen im Fokus der Menschen wie schon lange nicht mehr.
Nur fliegen ist schöner
Das Sauerland bietet genau das, was Millionen gestresster Zeitgenossen immer mehr suchen: eine vielfältige, offene Waldlandschaft mit intakter Natur, „tausend Bergen“, lieblichen Tälern, einladenden Ortschaften, erfahrenen Gastgebern und einem traditionsreichen Wanderwegenetz.
Der Wandergast ist der mit Abstand wichtigste Kunde der heimischen Tourismuswirtschaft. Doch er ist anspruchsvoller als je zuvor. Ähnlich wie andere Mittelgebirge muss auch das Sauerland sein Wanderangebot der gehobenen Nachfrage anpassen.
Der Rothaarsteig hat mit großem Erfolg bundesweit neue Maßstäbe gesetzt. Doch das Sauerland ist noch weit mehr als nur Rothaarsteig. Es bedarf weiterer Spitzenwanderwege, um seinem Ruf als eine führende Wanderdestination in Deutschland gerecht zu werden.
So entwickelten sich fast zeitgleich die Planungen für zwei weitere Top-Wanderwege: den Sauerland Höhenflug und die Sauerland Waldroute.
Warum der Sauerland Höhenflug als Top-Wanderweg notwendig ist und was er bringt, wie er zu gestalten ist und wo er optimal verläuft, welche Infrastruktur er braucht und was sonst noch zu tun ist, um ihm zum Erfolg zu verhelfen: Damit beschäftigt sich eine Lenkungsgruppe aus Verantwortlichen des Kreises Olpe, Hochsauerlandes, Märkischen Kreises sowie des Kreises Waldeck-Frankenberg unter Hinzuziehung kompetenter Fachleute aus den Kommunen und interessierten Organisationen.
Die Lenkungsgruppe „Sauerland Höhenflug“ legt hiermit in Kurzform die Ergebnisse ihrer Überlegungen vor in der Hoffnung, möglichst viele Bürger der Region für dieses übergreifende, anspruchsvolle Projekt zu gewinnen.
Trend Wandern
- Wandern ist nach wie vor sehr beliebt. Es hat inzwischen zum Radeln aufgeschlossen. Beide Hobbys werden mittlerweile von mehr als der Hälfte aller Deutschen ausgeübt.
- Immer mehr Deutsche wandern: Jedes Jahr findet der sanfte Natursport bis zu einer halben Million neuer Anhänger. Und wer wandert, macht es immer öfter.
- Wandern ist im Urlaub Spitze: Drei von vier Mittelgebirgsgästen wandern. Das sind mehr als alle Urlaubs-Radler, -Mountainbiker, -Skater, -Reiter, -Paddler und -Kletterer zusammen. Wanderer sind das Kernpublikum des Mittelgebirgs-Tourismus.
- Wandern kennt keine Saison: Dreiviertel der Wanderer begeben sich neuerdings auch im Winter auf Tour, davon die Hälfte häufig.
- Wandern ist kein Billigsport: Deutschlands Wanderer geben jährlich grob geschätzt 12 Mrd. Euro für ihr Hobby aus, davon 5 Mrd. allein im touristischen Bereich. Ein Großteil der Wanderer kommt als Tagestourist.
- Der Wandermarkt wächst: Die Wanderspezialisten unter den Urlaubsgastgebern, Reiseveranstaltern und Outdoor-Ausstattern verzeichneten in den letzten Jahren kontinuierliche Zuwachsraten. Auf Touristikmessen und in den Medien ist Wandern wieder ein großes Thema.
- Vom Wandermarkt profitieren alle: Vom Wanderer, ob als Langzeiturlauber oder Tagestourist, profitieren zahlreiche Branchen: Gastronomie und Hotellerie, Einzelhandel, Dienstleister vor Ort, ÖPNV und – last but not least – die Finanzhaushalte der Kommunen.
Attraktives Publikum
- Wanderer sind jünger: Junge Wanderer unter 40 und Senioren über 60 Jahren halten sich mittlerweile die Waage, das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren.
- Arriviertes Publikum: Jeder zweite Wanderer, der uns vor Ort begegnet, hat das Abitur oder Diplom in der Tasche. Wanderer verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und sind im Urlaub besonders ausgabenfreudig.
- Wandern ist feminin: Immer mehr Frauen entdecken die naturnahe, kommunikative und nicht mit Leistungsstress verbundene Freizeitbeschäftigung für sich: 50 % der Wanderer sind weiblichen Geschlechts, in jüngeren Jahrgängen stehen die Frauen schon in der Mehrheit.
- Wanderer sind besonders individualistisch und anspruchsvoll: Dafür sind sie aber auch besonders angenehme und treue Gäste. Als Urlaubsunterkunft bevorzugen sie Ferienwohnungen und wanderfreundliche Hotels.
- Naturgenuss ist das Hauptmotiv: Wichtigstes Kriterium für die Urlaubswahl ist eine schöne, naturnahe und abwechslungsreiche Landschaft mit viel Wald und Aussichten. Hier liegt die besondere Stärke des Sauerland Höhenfluges.
- Wandern im Wohlfühltrend: Der moderne Wandergast absolviert nach einem ausgiebigen Frühstück in gemächlichem Tempo nurmehr zehn bis 15 km pro Tour. Unterwegs kehrt er gerne ein (am liebsten in Hütten und Landgasthöfen) und belohnt sich nach der Tour häufig mit einem guten Essen. Er schätzt ansonsten Wellness-Angebote ebenso wie einen gemütlichen Stadtbummel.
Das Sauerland in der Marktkonkurrenz
Die Konkurrenz wacht auf: Erst in den letzten Jahren sind die Bedeutung, Größe und Attraktivität des Wandermarktes entdeckt worden. Seitdem will jeder Anbieter vorne sein. Nachholbedarf und Innovationsdruck sind immens.
Pilotprojekt Rothaarsteig: Mit vier Jahren Entwicklungszeit und 2,5 Mio. Euro Startinvestitionen hat der Rothaarsteig ein hohes Risiko gefahren - und gewonnen. Er ist das seit Jahren erfolgreichste innovative Produkt im Bereich des Mittelgebirgstourismus und hatte seine Investitionen schon nach einem Jahr wieder eingespielt. Für die Gastgeber war er „wie eine Sechs im Lotto“, für die Bevölkerung Anlass für neuen Heimatstolz.
Erfolg macht Nachfolger: Überall entstehen derzeit neue Spitzenprodukte für den Urlaubsmarkt. Harzer Hexenstieg und Frankenweg steigern bereits die Gästezahlen ihrer Regionen. Rheinsteig, Hochrhöner und Altmühltal-Panoramaweg sind 2005 eröffnet worden, Eifelsteig und Bayernsteig sind in Planung. Der Rennsteig im Thüringer Wald, der Hermannsweg im Teutoburger Wald und der Westweg im Schwarzwald werden aufpoliert.
Das Sauerland ist z. Zt. überregional als Wanderregion eher unbekannt: Das Sauerland besitzt nach den Ergebnissen der seit Mitte 2004 vorliegenden Marktforschungsinitiative „Sauerland“ im Stammmarkt Rhein-Ruhr einen sehr hohen Bekanntheitsgrad; das Wandern und Spazierengehen ist eine der beliebtesten Aktivitäten der Gäste aus diesem Markt. Doch: Die „Profilstudie Wandern“, für die jährlich tausende von Wanderern befragt werden, hat ergeben, dass das Sauerland bundesweit im Wanderranking als regionale Wanderregion und Ziel für Tagesausflüge eher unbekannt ist. Diese Situation kann nur durch das Schaffen weiterer touristischer Wander-Highlights verändert werden.
Das Sauerland braucht Spitzen-Wanderwege
Wer dem Gast nicht mit attraktiven Spitzenprodukten entgegenkommt, verliert sein Kernpublikum an die aktivere Konkurrenz.
Ein Spitzenweg oder besser noch ein Spitzen-Wegenetz schafft Aufmerksamkeit! Er muss so erlebnisreich gestaltet sein und so erfolgreich vermarktet werden, dass er auch auf große Entfernung neugierig macht. Man muss diesen Weg einfach gesehen haben und stolz sein, ihn gegangen zu sein. In diesen Weg investiert die Region ihr ganzes Prestige. Wo immer er verläuft: Er hat eine Leuchtturmfunktion für die gesamte Destination.
Spitzenqualität heißt konsequente Kundenorientierung. Für den Erfolg eines Wanderweges ist nicht entscheidend, was die Gastgeber für wichtig halten, sondern was der Kunde gut findet. Maßstab für die Gestaltung eines Spitzenweges sind daher die Wünsche der Wandergäste.
Naturerlebnis optimieren: Wanderer wollen vor allem Natur genießen und dem Zivilisationsstress entfliehen. Ein Spitzenweg gewinnt daher seine Attraktivität primär durch die Präsentation abwechslungsreicher Naturerlebnisse. Er führt nicht mehr einfach von Ort zu Ort, sondern berührt Ortschaften nur, wenn es dort Eindrucksvolles zu sehen gibt.
Ein Spitzenweg soll die Gäste nicht nur in die Region locken, sondern auch zum Wiederkommen anregen. Der Weg durch einen zauberhaften Wald mit großem natürlichen Landschaftspotenzial ist die Hauptattraktion der Waldroute. Wanderfreundliche Gastronomie und Restaurationsbetriebe werden in dieses Gesamtkonzept integriert um so die Gesamtattraktion für den Wanderer zu schaffen.
Das Sauerland hat’s
Alleinstellungsmerkmale des Sauerlandes
- Höchstes Waldgebirge Nordwestdeutschlands im Anschluss an die norddeutsch-niederländische Tiefebene
- Das schwingende und gleichzeitig beruhigende Landschaftsbild des abwechselungsreichen Waldgebirges mit seiner eigenen Topographie
- Die Welt des Wassers, das als prägendes Element in klaren unzähligen Bächen aus den Bergen und durch die Täler fließt und sich in Seen sammelt.
- Das nachgewiesene gesunde Klima und die saubere Luft zum Durchatmen.
- Die Anzahl und einzigartige Kombination touristischer Attraktionen.
- Die große Anzahl an familiär geführten Hotelbetrieben mit hohem Qualitätsniveau (Viersternebereich).
Weitere landschaftliche Attraktionen
- Sauerländische Urnatur: Bergwald, Bannwald, Moore, Heiden, Schluchten, Stille
- Anstrengungslose Gebirgstouren, Höhenwege und Höhenluft, Durchatmen, Energie tanken
- Die vier Naturparks: Ebbe, Homert, Rothaar, Diemelsee
- Dichtes, gepflegtes Wanderwegenetz auch jenseits des Spitzenweges
- Hübsche Sauerlandorte, Sauerlandfachwerk, Traditionsgasthöfe, heimische Küche
- Alternative Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Sommer und Winter
- Kulturangebote, Höhlen, Talsperren, Industriegeschichte
- Kurze Anfahrten aus den Ballungszentren
Gemeinsam mit Forstwirtschaft und SGV
Das Sauerland ist eine forstwirtschaftlich bedeutende Region in Deutschland. Damit verbunden wurden in den vergangenen Jahrzehnten Forst- und Waldwege stark nach ökonomischen und forstwirtschaftlichen Erfordernissen ausgebaut.
Gerade in letzter Zeit arbeiten aber Forstwirtschaft und Wandertourismus wieder zunehmend enger zusammen, um Wander- und Forstinteressen geschickt miteinander zu verbinden. Ziel ist es, gemeinsam mit der Forstverwaltung und den Waldbesitzern, und zu beider Nutzen, ein erlebnis- und naturnahes Wanderwegenetz zu schaffen, ohne dabei die Arbeit der Forstwirtschaft zu behindern.
Im Gegenteil werden zukünftig die Forstwirtschaft und die Naturparks ein wichtiges zusätzliches Aufgabenfeld in der Einrichtung, Pflege und Erhaltung des Wanderwegenetzes sehen.
Der Sauerland Höhenflug wirbt mit seinen herrlichen Aussichten und Weitblicken. Auch um diesen Anspruch dauerhaft zu gewährleisten, bedarf es der aktiven Unterstützung durch die Forstwirtschaft, die Waldbesitzer und den SGV. So müssen zusätzliche Lichtungen und Panoramablicke geschaffen, das Zuwachsen von Aussichtspunkten verhindert und die Wege durch die Wandervereine betreut werden.
Die Rolle der Wandervereine
Der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) und der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein (HWGHV) sind wichtige, möglicherweise die wichtigsten, Fachberater und Partner bei der Planung und Verwirklichung des Sauerland Höhenfluges. In der Lenkungsgruppe, in den Routenteams bei der Auswahl der besten Wanderroute sowie bei der Umsetzung des Projektes arbeiten die Fachleute der beiden Wandervereine intensiv mit und werden auch dauerhaft entscheidend mit zum Erfolg der Wanderroute beitragen.
Einige Grundinformationen:
Die 56 deutschen Gebirgs- und Wandervereine, die im Deutschen Wanderverband organisiert sind, betreuen und markieren seit vielen Jahrzehnten rund 200.000 Kilometer Wanderwege in Deutschland. Rund 20.000 ehrenamtlich tätige Wegewarte und Wegemarkierer in den Vereinen gewährleisten eine kontinuierliche und nachhaltige Betreuung der Wege. Ihre Arbeit hat einen jährlichen Wert von rund 2 Mio. Euro. Zusammengefasst heißt dies: Ohne Wegemarkierung keine unkomplizierte Wanderung und ohne Wandervereine keine Wegemarkierung.
Der SGV (rund 50.000 Mitglieder) betreut in seinem Vereinsgebiet ein ca. 34.000 km umfassendes Wegenetz in abwechslungsreichen Landschaften NRWs. Jeder Wanderer findet zwischen Rhein und Diemel, Lippe und Sieg das für ihn ideale Wandergebiet und die für ihn idealen und vom SGV markierten Wanderwege. Jahr für Jahr sind rund 1.000 SGVer in ihrer Freizeit unterwegs, um das gesamte Wegenetz wandersicher nachzumarkieren. Hierzu werden ca. 29.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet (jährlicher Wert der Arbeit rund 600.000 €).
Mit ca. 8.500 Mitgliedern ist der HWGHV der größte Gebietsverein in Nordhessen. Von Hessisch-Lichtenau im Osten bis Willingen im Westen und von Karlshafen (Trendelburg) im Norden bis Rotenburg/Fulda im Süden werden von den ehrenamtlichen Wegezeichnern ca. 9.500 km Wanderwege betreut. Jüngst sind der „Kellerwaldsteig“ und der „Uplandsteig“ markiert und nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbandes als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert und ausgezeichnet worden. Damit sind neben den in Nordhessen sehr gut markierten Wanderwegen zusätzlich landschaftlich herausragende und besonders für den Tourismus interessante Wanderstrecken geschaffen worden.
Sauerländer Spitzen-Wanderweg
Konzentrat der Alleinstellungsmerkmale: Das Sauerland muss mit seinen spezifischen Stärken punkten. Das sind vor allem die Höhenzüge mit ihren weiten Ausblicken. Zu den prominentesten Gebirgszügen gehören das Rothaargebirge, die Hunau, die Homert, das Lenne-Gebirge und das Ebbe-Gebirge. Sie lassen sich optimal miteinander verbinden, wenn man den Weg im Westen in zwei Varianten auslaufen lässt. Der gemeinsame Osten bringt neben den höchsten Höhen den Anschluss an den Rothaarsteig – ein nicht zu übertreffendes Startkapital.
Die andere Seite des Sauerlandes: Ein Sauerland-Spitzenweg braucht und hat eine andere Philosophie als der Rothaarsteig. Statt sinnlicher Naturnähe bietet er landschaftliche Weite. Wo er mit dem Rothaarsteig um die 800er konkurriert, bietet er bewusst Alternativen. Die Hallenberg-Schleife über Heidkopf, Wallershöhe und Ziegenhelle zeigt, dass das Sauerland anderes als der Rothaar(steig)kamm zu bieten hat.
Prominente Zielorte: Damit der ortsfremde Gast den Wegeverlauf unschwer in seinen geografischen Horizont einordnen kann, bedarf der Weg prominenter Start- und Endpunkte. Hierzu bieten sich die Städte Meinerzhagen, Altena und Korbach an, zumal alle drei über Autobahn- bzw. Bahnanschlüsse verfügen.
Der Name: Höhenflug. Der Leitweg einer Region muss aus Vermarktungsgründen möglichst auch deren Namen mitverbreiten. Ferner sollte das wichtigste Alleinstellungsmerkmal – die Höhe – erkennbar werden. Als Wegebezeichnungen sind Steig, Weg und Pfad mittlerweile abgegriffen. Das bietet die Chance zu einer ungewöhnlichen Wortwahl, die die Philosophie des Weges auf den Punkt bringt und im Ohr unverwechselbar hängenbleibt: Sauerland Höhenflug.
Ansprüche an einen Spitzen-Wanderweg
Naturnahe Wege: Deutschsprachige Wanderer bewegen sich am liebsten auf naturnahen Erdwegen oder Pfaden. Grob geschotterte oder asphaltierte Wirtschaftswege sowie Trassen neben oder auf Straßen werden nur in Notfällen und von wenigen akzeptiert.
Erlebniselemente: Jede Tour muss attraktive Ziele haben. Wanderer fühlen sich vor allen Dingen von Aussichtspunkten, abwechslungsreichen Wäldern, naturnahen Gewässern, seltenen Naturformationen oder idyllischen Plätzen angezogen. An zweiter Stelle folgen bewirtschaftete Hütten und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Langweilige Siedlungen, Agrarwüsten, Gewerbegebiete oder lärmende Verkehrswege sind dagegen nicht nach ihrem Geschmack; ihnen wollen sie ja gerade entfliehen.
Orientierungshilfen: Kaum jemand kann sich heute noch spontan in einer unbekannten Naturlandschaft orientieren. Gleichwohl machen sich die modernen Wanderindividualisten am liebsten auf eigene Faust auf und ändern den Tourenverlauf gerne auch noch unterwegs. Da sechs von sieben Touristen topografische Wanderkarten nur oberflächlich lesen können, legen sie größten Wert auf zuverlässige Orientierungshilfen aus dichten, gut sichtbaren Markierungen und informativen Wegweisern.
Qualitätskriterien: Aufgrund der nahezu einheitlichen Wandervorlieben und -aversionen lassen sich anhand von Kundenbefragungen zuverlässige Qualitätskriterien für Wanderwege formulieren. Ihre Einhaltung sichert, dass sich die in die Schaffung und Pflege von Wanderwegen investierten Mühen und Gelder rentieren. Für die Einstufung von Prädikatswegen stehen zwei Zertifikate zur Verfügung: Das „Wanderbare Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands in Kassel für Qualitätswege und das „Deutsche Wandersiegel“ des Deutschen Wanderinstituts in Marburg für Premium-Wege.
Routenführung und Routenteams
Qualität ist entscheidend: Vorrangiger Maßstab für die Auswahl der Wegeführung des Höhenflugs war deren Erlebnisqualität. In einer ersten Phase entwickelten die Marburger Projekt-Partner „Wandern“ eine „Nullversion“, die in fünf Abschnitte aufgeteilt wurde. In der zweiten Phase wurden für jeden dieser Abschnitte aus Vertretern der jeweils betroffenen Kreise, Kommunen, Wandervereine (SGV und HWGHV), Waldbesitzer sowie von Forst und DeHoGa unter Berücksichtigung von Naturschutz und Tourismus sogenannte „Routenteams“ gebildet, die die Streckenführung in genauer Kenntnis lokaler Gegebenheiten optimiert haben. Ergebnis ist eine „Erstversion“, die die Ausgangsbasis für weitere Abstimmungen bildet.
- Abschnitt Upland (32 km): Korbach - Goldhausen - Niederschleidern - Düdinghausen - Kahle Pön - Küstelberg
- Abschnitt Rothaar (45 km): Küstelberg - Orketal - Liesen - Hallenberg - Heidkopf - Ziegenhelle - Mollseifen - Kahler Asten
- Abschnitt Hunau/Homert (55 km): Kahler Asten - Renautal - Altastenberg - Nasse Wiese - Hunauturm - Huxel - Bad Fredeburg - Kirchilpe - Reiste - Wenholthausen - Hammerkotten - Homert - Kloster Brunnen - Röhrenspring
- Abschnitt Ebbe (62 km): Röhrenspring - Weuspert - Lenhausen - Markberg - Auf dem Höchsten - Windhausen - Nordhelle - Hösinghausen - Osterfeld - Kropplenberg - Badinghagen - Meinerzhagen
- Abschnitt Lenne (49 km): Röhrenspring - Wildewiese - Hagen - Altenaffeln - Neuenrade - Kohlberg - Hegenscheid - Altena
Streckenanteile der beteiligten Gemeinden in km
Altena 5,6
Korbach 13,2
Attendorn 11,9
Medebach 26,0
Schmallenberg 24,2
Meinerzhagen 21,2
Eslohe 17,6
Meschede 2,9
Finnentrop 22,8
Neuenrade 21,4
Hallenberg 21,5
Plettenberg 4,0
Hemer 1,0
Sundern 19,5
Herscheid 5,0
Willingen 2,6
Iserlohn 4,1
Winterberg 19,3
Gesamtlänge 243,8
Stärken und Schwächen
- Modifizierung der Erstversion: Die mit Hilfe der Routenteams erarbeitete Erstversion des Sauerland Höhenfluges ist mehr oder weniger eine Bestlinie auf der Basis des Bestehenden. Andererseits bedarf es vielfach noch der Abstimmung mit den Betroffenen vor Ort sowie der Beseitigung von Schwachpunkten.
- Generelle Stärken: Der Sauerland Höhenflug präsentiert das Sauerland in seiner ganzen vielfältigen Schönheit, stellt seine zentralen Gebirgszüge mit ihren höchsten Höhen vor, vermittelt mit seinen Aussichten das Gefühl fliegender Leichtigkeit, bietet eine weitgehend naturnahe Wegeführung mit vielen Sehenswürdigkeiten und erfüllt damit weit mehr als alle anderen Sauerlandwege die Ansprüche eines erlebnisreichen Spitzenwanderweges.
- Höhepunkte sind u. a. rund ein halbes Dutzend Gipfel mit Höhen um 800 m, etwa ebenso viele Aussichtstürme, aussichtsreiche Kammwege, abwechslungsreiche Hoch- und Altwälder, mehrere Heiden und Moore, glas klare Quellen und Bäche in lieblichen bis schluchtigen Tälern, mehrere Burg(ruin)en und Schlösser sowie einladende Sauerlandorte mit ebensolchen Gasthöfen.
- Schwächen: Wie im Sauerland als Ganzes ist auch längs des Sauerland Höhenfluges der Anteil verkehrsgerecht ausgebauter Wald- und Feldwege noch zu hoch. Die Kammwege auf den Höhenzügen zwischen Hallenberg und Mollseifen sowie auf Hunau, Homert und Ebbe bleiben entgegen den Erwartungen teilweise über allzu lange Strecken aussichtslos. Hier sind Forstwirtschaft und Naturparks gefordert.
- Lokale Defizite bestehen vor allem in unangenehmen bis (im Sinne der Verkehrssicherungspflicht) kritischen Straßenpassagen. Die Begleitung von Straßen muss an mehreren Stellen weiter verringert und die direkte Führung auf Straßen ohne Fußgängerschutz im Sinne der Verkehrssicherungspflicht ganz vermieden werden.
Was ist zu tun?
- Streckenführung: Abstimmung der Wegeführung mit den Grundbesitzern / Verringerung des Asphalt- und Schotteranteils sowie Erhöhung des Pfadanteils (evtl. durch Begleitpfade zu Wirtschaftswegen) / Beseitigung weiterer Defizite.
- Zugangswege: Ausweisung von Rund- und Zugangswegen von den Anliegerorten zum Höhenflug nach elementaren Qualitätsmaßstäben, möglichst auf schon bestehenden Wanderwegen verlaufen / Aufstellung von Hinweisschildern zu nahegelegenen Gaststätten (evtl. mit Speisekartenauszug) an geeignetetn Stellen (Portale).
- Wanderwege im Umfeld: Überprüfung mindestens aller einkreuzenden Regional- und Orts-Wanderwege auf ihre Qualität und dauerhafte Verfügbarkeit – ein optimaler Anlass für die Modernisierung der gesamten Wanderwegenetze im Umfeld nach der Devise „weniger ist mehr“.
- Wegeleitsystem: Nutzerfreundliche Markierung des Sauerland Höhenfluges mit dem entwickelten Höhenflug-Logo und der Höhenflug-typischen Farbgebung (sowie der Zugangswege mit einem leicht abgewandelten Logo) / Ausstattung mit einheitlichen Wegweisern mindestens an allen Einkreuzungen markierter Wanderwege.
- Portale: Installation von Startportalen im Zuge der Gestaltung von Eingangs-Wanderparkplätzen an den Stadträndern von Meinerzhagen, Altena und Korbach (Anbindung der Stadtmitten mit Zugangswegen) sowie am Verzweigungspunkt Röhrenspring / Weiträumige Ausweisung der Portale durch Verkehrsschilder.
- Rastplätze: Installation zusätzlicher Bänke, Sitzgruppen und Schutzhütten in einheitlichem Sauerland-Design.
- Erlebniselemente: Bereicherung des Weges mit attraktiven Installationen wie übersichtlichen Informationstafeln, Trittsteinfurten, Kletterpassagen, Dschungelpfaden, Stegen, Brücken, Aussichtsplattformen, teilbewirtschafteten Hütten, Speisekarten von nahen Gaststätten.
- Nachhaltigkeit: Abschluss von Verträgen zur nachhaltigen Sicherung einer dauerhaften Pflege der Wege-Infrastruktur.
- Zertifizierung: Zertifizierung „Wanderbares Deutschland“ durch den Deutschen Wanderverband.
- Gedruckte Orientierungshilfen: Einbeziehung der neuen Wege in die örtlichen und regionalen Wanderkarten / Erstellung eines Erlebniswanderführers mit Streckenkarten.
- Darstellung des gesamten Weges als GIS-gestützte virtuelle Karte mit Übernachtungs- und Gastronomiebetrieben und weiteren wichtigen zusätzlichen Informationen als Layer gestaltet
Normvorgaben für die Infrastruktur:
Eine bedarfsgerechte Infrastruktur zählt zu den wesentlichen Merkmalen eines Top-Wanderweges. Aus den Mitgliedern der Lenkungsgruppe wurde zur Erarbeitung verbindlicher Standards der Arbeitskreis Infrastruktur mit folgenden Zielvorgaben gebildet:
- Erarbeitung von Ausstattungsstandards für einen Top-Wanderweg mit Wanderparkplätzen, Eingangsportalen, Schutzhütten, Sitzgruppen, Infotafeln
- Erarbeitung Wegeleitsystem inkl. Planung, Wegweisern (Pfosten, Schilder, Bodenhülsen); Markierung durch den SGV; Wegebau
- Kostenminimierung, was bedeutet, ein wandertouristisches Spitzenprodukt zu möglichst geringen Kosten zu projektieren und dauerhaft zu etablieren.
Standards der Sollausstattung wurden wie folgt definiert:
- Wanderparkplätze an verkehrlich gut erschlossenen Punkten als Startplatz für Rundtouren
- Schutzhütten alle 20 km ( = 12 Stück)
- Sitzgruppen alle 5 km (= 50 Stück)
- Portale am Beginn und Ende der Route (4 Stück)
- Infotafeln an markanten Plätzen ( 30 Stück).
Herausgeber und Rechte:
Lenkungsgruppe „Sauerland Höhenflug“
Ulrich Bork
Dr. Rainer Brämer
Klaus Dieter Brandstetter
Johannes Bayerschen
Silke Camen
Benno Wolfgang Ecker
Horst Frese
Ferdinand Funke
Fritz Grüber
Claus Günther
Eckhard Henseling
Dietmar Heß
Klaus-Peter Kusch
Michael Krause
Antje Lange
Michael Matysiak
Theo Melcher
Rolf Skibinski-Palmer
Roland Petrowsky
Michael Rolland
Hans-Erich Schmidt
Ernst Soboll
Andreas Sprenger
Hubert Thorwirth
Karl-Josef Vogt
Infos & -Kontakt:
Leiter der Lenkungsgruppe:
Kreisdirektor Michael Rolland
Märkischer Kreis
Heedfelder Straße 45
58509 Lüdenscheid
Tel. 02351/966-6105
Fax 02351/966-6329
E-Mail kreisdirektor@maerkischer-kreis.de
Konzept Sauerland Höhenflug
- Sauerland-Hoehenflug-Konzept.pdf (139,09 kB








